Birdrace 2026 - Nachlese

Ein perfektes Bird Race

Mit geänderter Strategie ans lang erhoffte Ziel

Jedes Jahr am ersten Maiwochenende ruft der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zum Bird Race auf: 24h Vogelbeobachten mit dem Ziel, in einem Kreis oder einer Stadt möglichst viele Vogelarten nachzuweisen. Eine Art gilt als nachgewiesen, wenn die Mehrheit diese sicher gesehen oder gehört hat. Das Format erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 2026 nahmen daran deutschlandweit 1.129 Teams mit insgesamt 3.126 Teilnehmern teil und wiesen mehr als 320 Vogelarten nach.

Vogelbegeisterte vom NABU Weilerbach beteiligen sich in wechselnder Zusammensetzung seit 2016 an dem Format. Im Zuge der allerersten Planungen erfolgte auch eine Schätzung, wie viele Vogelarten man an einem Tag im Kreis Kaiserslautern nachweisen könnte. 100 erschien eine optimistische, aber durchaus realistische Anzahl zu sein. Es muss nur alles passen: Kein Regen, kaum Wind, Zugstau in den Tagen davor. Darunter versteht man Wetterlagen, die Zugvögel behindert.

Im Jahr der zehnten Teilnahme gelang es 5 Hobbyornithologen nun endlich so viele Vogelarten innerhalb von 24h sicher nachzuweisen.

In den Coronajahren, als nur Einzelpersonen unterwegs sein durften, konnten zwar schon einmal noch mehr Arten an einem Tag nachgewiesen werden, aber einem Team war dies bislang noch nie gelungen.

Ausgangslage für das tolle Ergebnis war eine akribische Vorbereitung und im Vergleich zu den Vorjahren auch eine geänderte Strategie:

Mit dem ersten Tageslicht wurde gezielt ein Mischwald mit vielen alten Bäumen und einem hohen Totholzanteil bei Schneckenhausen aufgesucht.

Hier konnten fast alle Waldvogelarten in den ersten Tagesstunden nachgewiesen werden.

Darunter viele Arten, die nicht immer sicher festgestellt werden konnten: Schwarz- und Mittelspecht, Waldlaubsänger, Waldbaumläufer und Baumpieper.

Der Tag begann aber schon deutlich früher: Um 3h klingelten die ersten Wecker. Um 4:00 begann das Rennen. Kurz danach konnten schon Wachtel, Waldkauz und Nachtigall notiert werden.

Nach dem Aufenthalt im Wald ging es in die Heckenlandschaft bei Schallodenbach.

Die Grauammer sang, wie erhofft auf einem Busch ihr klirrendes Lied.

Ein früher Neuntöter zeigte sich in einer Hecke.

Ingo entdeckte plötzlich einen ungewöhnlich hellen Vogel in größerer Entfernung auf einem Busch. Was konnte das sein? Es war ein Gleitaar, eine Ausnahmeerscheinung aus Afrika und Südwesteuropa, die zunehmend häufiger auch in Deutschland beobachtet wird. Die Freude über diese Beobachtung war riesig, zumal manch einer aus dem Team diese Art noch nie gesehen hatte.

Es folgten weitere Highlights am Amoshof (Wendehals, rastende Steinschmätzer und Schafstelze) und Wasseramseln in Niederkirchen. Die nächste große Überraschung dann an einem Steinbruch. Zufällig entdeckte Heiner Ackermann einen brütenden Uhu in der Steilwand.

Mit dem Auto ging es dann in Richtung Westpfalz. Unterwegs wurden bekannte Reviere von Türkentaube (Otterbach), Baumfalke, Teichrohrsänger, Rohrweihe (alle Katzweiler), Orpheusspötter (IG Nord) und Trauerschnäpper (Weilerbach) aufgesucht. Alle Arten sangen oder zeigten sich pünktlich am erhofften Ort.

Während eines Zwischenstopps im Garten von Peter konnte ein Gimpel notiert werden. Diese Art kommt dort regelmäßig ans Futterhaus; im Allgemeinen ist sie jedoch selten und dazu auch noch recht heimlich.

Der weitere Weg führte durch die Westpfälzer Moorniederung zum Wiesenpieper und zu verschiedenen Wasservögeln am Kranichwoog und Umgebung. Unterwegs konnte erstmalig am Bird Race auch ein Silberreiher beobachtet werden. Bis zur Hundert fehlten nur noch zwei Arten. Mit Saatkrähe und Gebirgsstelze wurde das Traumziel dann erreicht.

Ein zweites Team des NABU Weilerbach war mit dem Fahrrad und zwei ganz jungen Birdern im Osten des Kreises unterwegs. Ihnen gelang der Nachweis von 66 Arten, darunter ein ziehender Schilfrohsänger, der rund um Kaiserslautern nur alle paar Jahre beobachtet wird.

In der Stadt Kaiserslautern beteiligte sich darüber hinaus eine dritte Gruppe an dem Rennen. Mitglieder des NABU Kaiserslautern konnten 73 Arten im Stadtgebiet und angrenzenden Vororten nachweisen.

Für alle Beteiligten war es ein anstrengender, aber auch sehr abwechslungsreicher Tag mit tollen Beobachtungen, Kaiserwetter und vielen nachhaltigen Eindrücken.

Ungeachtet der Freude über die große Anzahl beobachteter Arten - über alle Teams in Kaiserslautern hinweg waren es 104 Arten - bestätigt sich aber erneut ein Eindruck aus den Vorjahren: Die Anzahl Vögel nimmt ab. Manche ehemalige Allerweltsart ist komplett verschwunden (Feldsperling), andere findet man nur noch sehr selten (Rebhuhn, Gimpel). Andere ehemals sehr häufige Arten stehen auf der Vorwarnliste und nehmen stark ab (Rohrammer).

 

Heiner Ackermann
Weilerbach, 8.5.25


Birdrace 2025 - Nachlese

Artikel erschien am 09.05.2025 in "Die Rheinpfalz" -  (Genehmigt durch Doris Theato - DIE RHEINPFALZ)


"Birdrace" - Vogelbeobachtung im Mai

24 Stunden in kleinen Teams, moglichst viele Vogelarten beobachten!

Der Spaß an der Vogelbeobachtung, der gemeinnützige Einsatz für den Erhalt der Vogelwelt und das Schaffen großen öffentlichen Interesses, das für die Vermittlung von Themen des Natur– und Vogelschutzes unerlässlich ist — all das verbindet das Birdrace des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten miteinander. Oberflächlich betrachtet mag es zwar nicht nur für Außenstehende, sondern auch für manchen Ornithologen skurril klingen, die Vogelbeobachtung als sportlichen Wettbewerb auszutragen. Doch schon auf den zweiten Blick verbirgt sich dahinter weit mehr als eine Selbstbelustigung von Raritätenjägern. Denn mit Hilfe eines solchen Rennens um Vögel lassen sich – eben wegen des großen medialen Interesses — viele Themen, für die wir uns ehrenamtlich engagieren, ausgezeichnet ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Unser Team "Lauter Vögel" ist dabei!

Du willst mitmachen? Kein Problem, melde dich einfach bei unserer Teamkoordinatorin, Fr. Krieg!

 


Birdrace 2024 - Nachlese

Artikel erschien am 08.05.2024 in "Die Rheinpfalz" -  (Genehmigt durch Doris Theato - DIE RHEINPFALZ)


Birdrace 2023 - Nachlese

"Lauter Vögel" zogen 2023 wieder gemeinsam durch den Landkreis

Am 6.5. 2023 war er wieder, der Tag, dem einige Vogel-Verrückte aus der Gruppe des Nabu Weilerbach jedes Jahr entgegen fiebern. Das Birdrace fand statt. Der Name "Vogel-Rennen" ist ein wenig irreführend. Es rennen nicht etwa die Vögel, sondern die Vogelbeobachter ziehen durch ihren Landkreis und versuchen, innerhalb von 24h so viele Vogelarten wie möglich zu sehen und zu hören.

Seit 2017 sind auch wir vom Nabu Weilerbach mit einem Team vertreten. Unter dem Namen "Lauter Vögel" jagen wir den gefiederten Exemplaren im Landkreis Kaiserslautern hinterher. Dieses Mal durften wir auch endlich wieder gemeinsam unterwegs sein, ganz wie in "früheren Zeiten" (vor Corona also). Leider konnten wir das auf Grund von Terminkonflikten und Krankheit nicht ausnutzen und waren zeitweise nur zu zweit unterwegs. 

Die 24 Stunden haben wir nicht geschafft, der Start um 5 Uhr morgens im Krausenbruch zwischen Rodenbach und Weilerbach war trotzdem ganz schön knackig. Wie jedes Jahr hat sich der Hausrotschwanz den ersten Eintrag auf unserer Liste gesichert.

Ansonsten waren um diese Uhrzeit noch nicht allzu viele Vögel wach. Das bedeutete allerdings keinesfalls Stille: die Amseln sangen ziemlich lautstark. Ihr Gesang hat uns noch einige Zeit das Hören der leiseren Arten ganz schön schwer gemacht. Im Norden des Krausenbruchs wurden die Amseln dann gegen 5:30 Uhr von den Nachtigallen abgelöst. Wahnsinn, wie viele dort dieses Jahr sind! 

Um 7:30 Uhr wussten wir, dass das Krausenbruch mit seiner Vielfalt an Lebensräumen ein guter Startpunkt war, denn allein 42 Vogelarten konnten wir dort entdecken. Am Ende des Tages sollten es 92 sein. Doch bis dahin waren wir noch ganz schön viel unterwegs: Den Orpheusspötter im IG Nord beobachteten wir während unserer Frühstückspause. 

Natürlich durfte auch das größte Naturschutzprojekt der Westpfalz auf unserer Tour durch den Landkreis nicht fehlen. Am Kranichwoog haben wir einige der letzten Limikolen auf dem Durchzug in ihre nordischen Brutgebiete angetroffen, und auch der Flussregenpfeifer scheint dort auf der Kiesinsel wieder brüten zu wollen. 

Anschließend "holten" wir uns mit dem Wiesenpieper im Hütschenhausener Bruch eine Art, die im Landkreis Kaiserslautern vermutlich einen ihrer letzten Brutplätze im südlichen Rheinland-Pfalz hat und der in unserem Bundesland als vom Aussterben bedroht gilt. Zuerst hörten wir sie nur singen, plötzlich entdeckten wir sogar einen mit Futter im Schnabel: ein schöner Beweis dafür, dass es wohl auch dieses Jahr Nachwuchs gibt!

Weiter ging es in den nördlichen Teil des Landkreises.

Im Lautertal suchten wir die Wasseramsel.

Im Odenbachtal Grauammer und Turteltaube.

Beim Steinkauz wussten wir, wo wir schauen müssen, und tatsächlich, kurz flog er auf und war wieder verschwunden. 

Schon spät am Nachmittag kamen wir auf dem Weg zum Stockborner Bruch an zehn Grünfinken vorbei, die auf einem Schotterplatz nach Nahrung suchten. Diese eigentlich häufige Vogelart hatten wir schon den ganzen Tag vermisst! 

Zum Abschluss genossen wir die Abendstimmung auf der Mehlinger Heide. Fünf Unterstützer:innen waren zu uns gestoßen und versuchten, mit uns diesen seltsamen Ruf zu erraten. Am Ende waren wir uns einig: es war ein Mittelspecht! Der sollte für dieses Jahr die letzte Art auf unserer Birdrace-Liste sein. 

Insgesamt konnten wir an diesem schönen Mai-Tag 92 Vogelarten im Landkreis Kaiserslautern ausfindig machen, 59 davon waren Singvögel. Damit haben wir zwar nicht die 110 Arten von 2021 erreicht, wo wir auf Grund von Corona in mehreren Gruppen an unterschiedlichen Orten gleichzeitig unterwegs waren, aber unsere Teamergebnisse außerhalb der Coronajahre haben wir um eine Art gesteigert.

Am Ende sind wir uns einig: das schönste am Birdrace ist jedes Jahr wieder, zu erleben, wie vielfältig die Vogelwelt um uns herum eigentlich ist.

 

Text: Helene Krieg



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Birdrace 2026

Samstag 02.Mai


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